Zuerst möchte ich euch mitteilen, dass es mir aktuell gut geht. Wir hatten schöne Festtage, auch wenn diese ein bisschen turbulent und herausfordernd für uns waren. Doch nach einigen Tagen Erholung geht es der ganzen Familie wieder gut.

Was ist passiert? Am Montag nach Weihnachten habe ich am Mittag schon bemerkt, dass einmal mehr etwas mit meiner Verdauung nicht stimmt. So endete der Tag mit mehreren Durchfallattacken und später kam noch Erbrechen dazu. Die darauffolgende Nacht war sehr streng: Erbrechen, Durchfall und anhaltende Muskelkrämpfe. Da ich am Dienstag eine reguläre Kontrolle in Zürich hatte, haben wir den Notfall in dieser Nacht nicht kontaktiert. Nach einigen Stunden war ich so schwach auf den Beinen, dass ich nicht einmal mehr allein die Treppe hinunter gehen konnte, Gaby musste mich stützen.

Sicherheitshalber haben wir die Tasche für einen möglichen Aufenthalt in Zürich gepackt und uns dann auf den Weg zur Blutkontrolle gemacht. Schnell stellte sich heraus, dass meine Werte nicht sehr gut waren und die Ärzte haben mich, wie vermutet, im Spital behalten. Es waren vier strenge Tage im Spital, da ich oft unglaublich müde war und sehr schwach auf den Beinen. Der Rota-Virus, eine Kinderkrankheit, hat mich erwischt. Nur Kinder und immungeschwächte Patienten können diesen Virus bekommen. 
Ich habe die Hoffnung nie aufgegeben, dass ich Silvester zu Hause bei der Familie verbringen kann. Und tatsächlich durfte ich noch am 31.12.21 das Spital verlassen, um mit meiner Familie am Abend anstossen zu können. An Anstossen war jedoch bei Weitem nicht zu denken. Mein schwacher Zustand liess «nur» ein Kuscheln auf dem Sofa zu. Ich war jedoch in guter Gesellschaft, denn leider hat der Rota-Virus auch beide Kinder erwischt. Nun ist alles vorbei und es geht allen wieder besser.

Eine wunderschöne Nachricht möchte ich euch aber doch noch mitteilen: Kurz vor Weihnachten haben wir das beste Weihnachtsgeschenk erhalten. Ich hatte ein weiteres PET-CT und die Ärzte haben uns informiert, dass die neuen Stammzellen super Arbeit geleistet haben. Sie haben den Rest vom Tumor bekämpft und ich bin nun in totaler Remission. Dies bedeutet, dass der Tumor in der Brust weg ist! Die Ärzte sprechen erst nach fünf Jahren von «gesund», doch für uns ist das ein sehr wichtiger Schritt und die bestmögliche Nachricht zum besagten Zeitpunkt. Wir haben uns riesig über diese Nachricht gefreut!

Nun heisst es nach vorne schauen und weiterhin positiv bleiben, dass es so weiter geht. Aktuell muss ich immer noch viele Medikamente nehmen, um das neue Immunsystem etwas zu unterdrücken. Das muss so sein, damit sich die beiden Systeme (mein altes und mein neues Immunsystem) nicht bekämpfen. Wie sieht das im Alltag für mich aus? Ich nehme pünktlich um 8.00 Uhr, 9.00 Uhr, 12.00 Uhr, 18.00 Uhr und um 21.00 Uhr Tabletten ein. Wir haben einen Alltag wie viele andere Familien, wobei ich meistens daheim bin. Ich fahre wöchentlich nach Zürich zur Blutkontrolle, ansonsten haben wir nur die allernötigsten sozialen Kontakte. Weiter habe ich gewisse Einschränkungen bei den Nahrungsmitteln, unsere Zimmerpflanzen sind immer noch «im Urlaub» und ich bin noch nicht so fit wie vor der Transplantation.

Ich bin zuversichtlich, dass ich die Medikamente in wenigen Monaten weglassen kann. Dann sollte langsam aber sicher der normale Alltag eintreten.

Wir danken euch für die großartige Unterstützung in den letzten Monaten und die vielen aufmunternden Worte. Ich werde euch weiterhin auf dem Laufenden halten.

Euer Marco

Weitere Blogeinträge:

Ausgecheckt!

Juni 20, 2021

Unglaublich, aber wahr: ich habe am Sonntag aus dem Unispital in Zürich ausgecheckt. Es ging

14 Tage Zürich – Danke für die Gastfreundschaft

Juni 13, 2021

Heute ist Tag +5 nach der Transplantation. Nach etwa 48h fast Non-Stopp-Schlaf bin ich wieder

Das Ritual

Mai 26, 2021

Das Ritual. Damit sich meine Kinder an den Anblick ohne Haare gewöhnen, rasieren wir jeweils gemeinsam mit meinem Bruder die Haare ab…

Impressum: © loftmynd.ch gmbh | 2021 | Fotografien: Silvia Oberhänsli (Organisation Herzensbilder), Thomas Buchwalder, privates Archiv Marco Schwinger.