Ein Schritt in Richtung Normalität

Seit meinem letzten Blogeintrag sind einige Monate vergangen. In dieser Zeit ist sehr viel Positives passiert und wir sind sehr glücklich darüber. Mir geht es aktuell sehr gut und ich geniesse jeden Tag. Auch in unserem Alltag ist ein bisschen Normalität eingetreten. Doch alles der Reihe nach!

Nach meinem letzten Blogeintrag waren wir erleichtert, dass die Untersuchungen und das PET-CT im April negativ waren und ich keinen erneuten Rückfall hatte. Wir schauten weiterhin positiv in die Zukunft und ich ging einmal wöchentlich nach Zürich zur Kontrolle. Auch konnte ich meine Ernährung wieder ein bisschen umstellen und Käse, gewisse Früchte und trockenes Fleisch zu mir nehmen. Alles in kleinen Mengen, damit sich der Körper wieder daran gewöhnt. Weiter haben wir uns sehr auf die Sommerferien auf Sylt und Rügen gefreut. Auch mit dem Impfplan waren wir im Zeitplan und da ich weiterhin keine Antikörper aufbauen konnte, musste ich im Mai eine weitere Covid-Impfung machen. Auch diese Impfung brachte nicht den gewünschten Erfolg und ich habe als Alternative die entsprechenden Antikörper gegen Covid bekommen. Im Mai habe ich mich vom allergischen Schock gut erholt und zwei Wochen später habe ich mit der ganzen Familie am Auffahrtslauf mitgemacht. Während diesen sechs Kilometer habe ich echt gelitten, doch die Fans am Streckenrand und Gaby haben mich ins Ziel gejagt. 😊 

Der allergische Schock im Mai hatte leider einige Konsequenzen auf meine Medikamente. Das Cortison konnte ich nicht weitere Monate einnehmen, da ich im letzten Jahr schon zu viel von diesem Hormon zu mir genommen habe. Somit musste ein neues Medikament gegen die Abstossungen helfen. Seit Juni nehme ich das Medikament Jakavi und es hilft gegen die Nebenwirkungen. Ich konnte seit dieser Einnahme das Sandimmun weiterhin reduzieren und dies ohne weitere Abstossungen. Danke Jakavi.

Durch den Einsatz vom neuen Medikament konnten wir die Abstände der Kontrollen in Zürich nicht vergrössern und ich musste weiterhin einmal wöchentlich ins USZ zur Blutkontrolle. Somit haben wir uns entschieden, dass wir die Ferien in Deutschland auf nächstens Jahr verschieben und unsere Sommerferien in der Innerschweiz verbringen, damit ich weiterhin zur Kontrolle nach Zürich gehen konnte. Wir genossen wunderschöne Tage in und um Buochs.

Im August habe ich mit einem Arbeitsversuch von 20 Prozent als Lehrperson in Trogen begonnen. Es gefällt mir sehr und in unserem Alltag ist ein Stück Normalität eingetreten. Arbeiten ist immer ein Zeichen von «gesund». An dieser Stelle möchte ich der Schule Trogen und dem Kanton AR ein grosses Dankeschön aussprechen für die Geduld und die tolle Unterstützung in den letzten Jahren. Ich geniesse die Arbeit als Lehrperson in Trogen sehr und bin zuversichtlich, dass ich bald ohne Maske unterrichten kann.

Für uns als Familie ist dieser Arbeitsversuch von vier Halbtagen ein Glücksfall, denn dadurch haben wir genug Zeit, uns an die neue Situation zu gewöhnen. Weiterhin muss ich regelmässig nach Zürich zur Kontrolle oder zur Akkupunktur in St. Gallen. Ab November ist vorgesehen, dass ich mein Arbeitspensum auf 30 Prozent erhöhen kann. Somit nähern wir uns Schritt für Schritt an die volle Arbeitsfähigkeit an. 

Wir sind unendlich froh, dass es so weit gekommen ist und wir die Tage gemeinsam geniessen können. Klar dauert es noch einige Monate, bis wir wieder ohne Bedenken Personen treffen können oder unser Haus wieder mit Blumen schmücken können. Wir blicken jedoch positiv in die Zukunft und sind glücklich und dankbar über die aktuelle Situation.

Das alles wäre nicht möglich gewesen ohne eure Unterstützung. Danke vielmals für die aufmunternden Worte, die liebevollen Treffen und die finanzielle Unterstützung. Wir haben das tollste Umfeld!

Liebe Grüsse Marco

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