Die Blutstammzelltransplantation vom 08.06.2021 um 11.00 Uhr …

… und mein zweiter Geburtstag!

Heute war ein sehr spannender Tag für uns. Auf diesen Tag haben wir seit Monaten gewartet. In den letzten Monaten waren mehrere Chemotherapien nötig als Vorbereitung auf die Transplantation. Lange wussten wir nicht, ob diese Therapien den Tumor auf eine Grösse schrumpfen lassen, damit der Transplantation nichts mehr im Wege steht. Es klappte zum Glück und heute haben wir einen Meilenstein erreicht.

Die Nervosität stieg natürlich von Stunde zu Stunde und ich war froh, dass ich Gaby als Unterstützung an meiner Seite hatte. Die Ärzte und Angestellten sprachen immer davon, dass es nichts Spezielles sei, doch für mich ist es die Möglichkeit, nach vier Jahren das Ende eines langen Tunnels zu sehen.

Natürlich haben wir schon ein bisschen Erfahrung durch die autologe (eigene) Transplantation, doch eine allogene (fremde) Transplantation ist auch für uns etwas Neues. Wir waren sehr gespannt: Welche Nebenwirkungen folgen? Wie nimmt mein Körper die neuen Stammzellen auf?

Die Vorbereitungen waren sehr ähnlich wie damals in St. Gallen. Sie haben uns erklärt, dass ich vier Beutel mit Blutstammzellen erhalten werde. Den ersten Beutel liessen sie ein bisschen langsamer in den Körper laufen, damit sich die Nebenwirkungen gering halten. Nach wenigen Minuten konnten sie die Tropfenanzahl erhöhen. Nach dem zweiten Beutel gab es einen kurzen Unterbruch, da die Ärztin alles wieder steril reinigen musste. Danach folgten die zwei weiteren Blutstammzellbeutel. Das Ganze dauerte etwa eine Stunde und danach war alles vorbei.

Eigentlich war alles halb so wild, ausser dieser Knoblauchgeschmack! 🙂 Die Stammzellen wurden nach der Entnahme einige Tagen eingefroren und bevor ich diese bekommen habe, wurden sie im Wasserbad auf etwa 37 Grad erwärmt. Dieses Frostmittel riecht wie eine frisch zubereitete Knoblauchsuppe und wird die Angestellten und mich noch eine Weile nerven, da es so stinkt in meinem Zimmer. 🙂

Dass der Eingriff nicht spurlos an mir vorbei ging, sieht man an den Bildern. Nach der Transplantation überfiel mich eine Müdigkeit. Wie ich euch versprochen habe, werde ich in diesem Zustand bestimmt nicht aufs Velo gehen, sondern mich erholen und schlafen. Aktuell habe ich Fieber und Kopfschmerzen und brauche viel Ruhe – bitte respektiert das und meldet euch möglichst nicht bei mir. Ich berichte wieder, sobald ich fitter bin.

Es war ein sehr emotionaler Moment heute. Wir wissen, dass dieser Tag unser Leben verändern wird. Wir schauen sehr positiv in die Zukunft und sind optimistisch, dass die neuen Stammzellen den nötigen Erfolg bringen. Gedanklich war ich während der Transplantation bei meiner Cousine, fühlte mich emotional verbunden und möchte ihr an dieser Stelle einfach noch einmal von Herzen DANKE sagen.

Weitere Blogeinträge:

Bilanz nach drei Wochen.

Juni 20, 2021

Drei Wochen sind geschafft und ich bin weiterhin wohlauf. Es geht mir gut und wir

Die ersten Tage in Zürich

Juni 3, 2021

Am Montag hat mich mein Fahrer «James» nach Zürich gebracht und ich bin im Unispital

Das Ritual

Mai 26, 2021

Das Ritual. Damit sich meine Kinder an den Anblick ohne Haare gewöhnen, rasieren wir jeweils gemeinsam mit meinem Bruder die Haare ab…

Impressum: © loftmynd.ch gmbh | 2021 | Fotografien: Silvia Oberhänsli (Organisation Herzensbilder), Thomas Buchwalder, privates Archiv Marco Schwinger.